KLAUS SCHÖNING


HÖRSPIEL - NEUES HÖRSPIEL - AKUSTISCHE KUNST - ARS ACUSTICA - ARS INTERMEDIA

 

Klaus Schöning, geboren 1936 in Rastenburg, ist Autor, Redakteur, Dramaturg, Regisseur, Moderator, Producer, Kurator sowie Promotor einer Genregrenzen erweiternden Ars Acustica. Bis zu seiner Pensionierung 2001 Redaktionsleiter des von ihm aufgebauten und benannten Studio Akustische Kunst des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 2004 Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien Köln.


Die Biografie von Klaus Schöning ist eng verbunden mit der Entwicklung und Emanzipation des Hörspiels zum Neuen Hörspiel zur Akustischen Kunst und zur Ars Acustica als Ars Intermedia. Vom WDR3 HörSpielStudio zum Studio Akustische Kunst.


Klaus Schöning studierte Theater- und Literaturwissenschaft, Philosophie und Publizistik an den Universitäten in München, Göttingen und Berlin. Ende der 50er Jahre Lehr- und Wanderjahre als Abendregisseur des damaligen Tourneetheaters Berliner Schaubühne unterwegs u.a. mit Ernst Deutsch, Hildegard Knef, Hannelore Schroth, Wolfgang Wahl, Gisela Trowe, Mathias Wiemann und Paul Hörbiger. Theaterregie-Assistenzen bei Karlheinz Schroth, Leonard Steckel, Rudolf Noelte und Harry Meyen.


1961 Beginn der 40jährigen Tätigkeiten von Klaus Schöning im Westdeutschen Rundfunk Köln zunächst in der Hörspielabteilung unter Leitung von Friedhelm Ortmann und seit 1968 von Dr. Paul Schultes. Dort betreute er als Dramaturg und Redakteur literarische Hörspiele vor allem junger Autoren. Durch die Einrichtung eines Sendeplatzes der Kölner Dramaturgie unter der Bezeichnung Hörspiele im III. Programm in der neu eröffneten Welle WDR3 in Köln wurde er dort seit 1963 zunehmend redaktionell tätig. Hier wurden zunächst in einem Repertoire Programm ausschließlich Hörspiel Wiederholungen aus den WDR Programmen sowie Übernahmen von Hörspielen anderer Sender vorgestellt. Innerhalb einer damals noch offenen, abendlichen Sendezeit wurde eine Konzeption entwickelt, in der Hörspiel und Auseinandersetzung über das jeweilige Hörspiel als zusammenhängende Sendung eine Einheit bildeten. Essays, Arbeitsberichte, Gespräche mit Autoren, Regisseuren und Diskussionen mit Hörern formten das abendliche Programmfeld. Unterstützt wurde diese prononcierte Aufbereitung durch die Zusammenfassung der einzelnen Hörspiele zu programmatischen Sendereihen, die multiperspektivisch auf Verdeutlichung von Zusammenhängen ausgerichtet war: Eine Art Hörspielworkshop.


1969 erhält die Redaktion in WDR3 als integraler Bestandteil der Hörspielabteilung die Aufgabe künftig auch Neuproduktionen von Hörspielen zu produzieren. Dieses war der Beginn eines experimentellen Ateliers unter der Leitung von Klaus Schöning, in dem zunehmend auch Werke produziert wurden, die unter dem von ihm formulierten, offenen Begriff Neues Hörspiel gesendet wurden. Es entstand im Laufe der Jahre der von ihm so benannte Sendeplatz WDR3 HörSpielStudio, der später unter dem Namen Studio Akustische Kunst international bekannt und zu einem der produktionsintensiven, internationalen Zentren des Neuen Hörspiels als expanded art und einer sich daraus entwickelnden Ars Acustica sowie ihrer ersten medienwissenschaftlichen Erforschung im Radio wurde.


In den 70er Jahren führte Klaus Schöning die heute geläufig gewordenen, ästhetisch offenen Begriffe Akustische Kunst oder Ars Acustica im Kontext der intermedialen Medienkunst ein. Die Arbeit dieser Studio-Redaktion dokumentiert in drei Jahrzehnten die Entwicklung eines allmählichen Übergangs vom traditionellen, literarischen Wort-Hörspiel zu einer primär von akustischen und intermedialen Kriterien her konzipierten Ästhetik:


„Die Akustische Kunst / Ars Acustica als Ars Intermedia ist eine vieles integrierende, allgemeine Bezeichnung für ein auf elektronischer Technik gründendes Genre der Medienkunst. Sie ist eng verbunden mit den vielfältigen Genregrenzen erweiternden Tendenzen der Künste und ihrer wechselseitigen Durchdringung im 20. Jahrhundert. In einem sich häufig verzweigenden Weg hat diese neue Kunst zwischen den Künsten und Institutionen in den letzten Jahrzehnten im Medium des Radios und außerhalb in Perfomances und Klanginstallationen einen ebenso produktiven wie fragilen SpielRaum gefunden. Ihre Ästhetik, die auf verschiedenen Quellen beruht und sich mit anderen Medien intermedial als polyphone Kunst verbinden kann, ist ebenso offen wie der Begriff selbst und bestimmt sich in jedem Werk neu. Alles Hörbare ist Gegenstand vielschichtiger Kompositionen. Diese bestehen aus heterogenen, gleichwertig eingesetzten akustischen Elementen: aus unterschiedlichen Sprachen und Sprache, die zum Laut tendiert, zur Poesie der Oralität, zu Artikulationen jeglicher Art, zum Sprachklang und zur Musik, dem Allklang der Töne, aus instrumentaler und vokaler Musik, aus elektronisch erzeugten Klängen, aus Umwelt-Geräuschen der Natur und des zivilisatorischen Alltags. Eine Symbiose dieser Sprach- Musik- Geräusch- Welten und der Stille.“ (Klaus Schöning in: Ars Acustica – Ars Intermedia. Klaus Schöning im Gespräch mit Komponisten, Autoren und Klangkünstlern, WDR3 HörSpielStudio – Studio Akustische Kunst 1969-2001, DVD-audio, Schott Music Mainz 2011).


Das Neue Hörspiel wurde im WDR 3 HörSpielStudio zunächst von Seiten der Autoren der experimentellen Literatur geprägt, der konkreten Poesie, des Sprachspiels, der Lautdichtung, der Zitatmontage, des multiperspektivischen Prinzips Collage, des Originalton-Hörspiels, sowie der hier von ihm so genannten Ars Multilingua. Zu den Autoren des Studios gehörten u.a.: Gerhard Rühm, Franz Mon, Helmut Heißenbüttel, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Jürgen Becker, Peter Handke, Henri Chopin, Ferdinand Kriwet, Reinhardt Döhl, Paul Pörtner, Hans G Helms, Bazon Brock, Carlfriedrich Claus, Wolf Wondratschek, Rolf Dieter Brinkmann, Klaus Hoffer, Gert Friedrich Jonke, Nathalie Sarraute, Barry Bermange, Paul Wühr, Urs Widmer, Richard Ortmann, Michael Scharang, Ronald Steckel, Hans Gerd Krogmann, Hein Bruehl, Werner Cee, Arsa Jovanovic, Jerome Rothenberg, Ethno-Poet Paul Carter, Heinz von Cramer, Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. Ein Charakteristikum ihrer Arbeit war ihr intermediales Selbstverständnis, ein veränderter Umgang mit den Komponenten Sprache, Geräusch und Klang als gleichwertige Gestaltungselemente, sowie oft ihr kreatives Interesse am technischen Realisierungsprozess im Studio.


Gleichzeitig wurden zahlreiche internationale Komponisten durch die ästhetische Offenheit der Redaktion, die durch einen intensiven, theoretischen Diskurs öffentlich begleitet wurde, von Klaus Schöning angeregt nicht wie bisher gelegentlich Musik oder musikalische Akzente für Hörspiele oder Kompositionen allein für die Musikabteilung zu produzieren, sondern eigene Werke für das Studio-Programm als Hörspielmacher zu realisieren. Eine aus Film und Theater von ihm adaptierte Bezeichnung, nach der die Produktion eines Werkes als Autor-Regisseur realisiert wird.


Komponisten als Hörspielmacher arbeiteten wie die Autoren als Hörspielmacher in den folgenden Jahrzehnten in dem Studio-Programm wie: Mauricio Kagel, John Cage, Pierre Henry, Dieter Schnebel, Pauline Oliveros, Alvin Curran, R. Murray Schafer, Bill Fontana, Juan Allende Blin, Joan la Barbara, Hans-Ulrich Humpert, Malcolm Goldstein, Sorell Hays, Charles Amirkhanian, Sabine Schäfer, Klarenz Barlow, Vinko Globokar, Michael Riessler, Nicola Sani, Sorrell Hays, Douglas Quin, Michel Chion, Caroline Wilkens, Ros Bandt, Pierre Mariétan, Carola Bauckholt, Richard Kostelanetz, Maria de Alvear, Robert HP Platz, Francisco Kröpfl, Susan Stone, Emmanuelle Loubet, Charlie Morrow, Andres Bosshard, Peter Pannke, Vincent Plush, Tom Johnson, Anne Tardos, Johannes S. Sistermanns, Frank Corcoran, Josephine Truman, Stephan Wunderlich, Sarah Hopkins, Sybille Pomorin, Thomas Schulz, Theater-Regisseur Carlo Quartucci, Film-Sounddesigner Randy Thom, sowie als bildender Künstler Stephan von Huene und als Künstler, die der Fluxus-Bewegung nahe standen: George Brecht, Dick Higgins, Alison Knowles, Philip Corner, Jackson Mac Low.


In produktiver Zusammenarbeit mit internationalen Schriftstellern, Komponisten, Klangkünstlern, Sound-Poeten, Cineasten und Intermedia-Künstlern wurden in diesem interdisziplinären Atelier, in einer Art Schmelztiegel unterschiedlicher Genres zahlreiche Klangkompositionen, audiopoetische Hörstücke, Soundscape- und Metropolis Collagen, Werke der Ars Multilingua und Radio-Events produziert, von denen seit den 70er Jahren zahlreiche nach den Sendungen auch auf internationalen Festivals vorgestellt wurden.


Im Laufe der Jahre hatte Klaus Schöning zusammen mit den Künstlern, den technischen Toningenieuren des WDR, Musik- und Medienwissenschaftlern an der organischen Weiterentwicklung multimedialer Formen der Darstellung Akustischer Kunst auch außerhalb der Radiosendung gearbeitet. Der neue stereofone Raum als konkret erfahrbarer Spiel-Raum gewann dabei zunehmende Aufmerksamkeit für eine künstlerisch adäquate Präsentation von Sprach- und Klangkompositionen in Perfomances und Konzerten, urbanen Räumen und audiovisuellen Klang-Installationen. Bei diesen Performances außerhalb des Hörraums Radio in Innen- und Außenräumen wurden Mikrofon und Lautsprecher zu primären Instrumenten für das Ereignis im Raum. Die dort gemachten Live-Aufnahmen der publikumsreichen öffentlichen Veranstaltungen wurden erneut gesendet und kehrten so ins Radioprogramm zurück.


Die von Klaus Schöning als Redakteur und Moderator in WDR3 wöchentlich in umfänglichen Studio-Sendungen vorgestellten Hörstücke und Klangkompositionen wurden in der Tradition des Studios regelmäßig begleitet von Dokumentationen, Essays, Features, Gesprächen mit Künstlern, Diskussionen mit Hörern in programmatischen Sendereihen wie Komponisten als Hörspielmacher / Soundscapes / Metropolis, urbane Klangbilder / Anthologie Ars Acustica, u.v.a. sowie die von Reinhard Döhl in sechzig medienhistorischen Feature-Sendungen für die Studio-Redaktion erarbeitete, erste umfassende Geschichte und Typologie des Hörspiels in Lektionen (von 1924 bis 1986).


Zahlreiche der von Klaus Schöning als redaktioneller Leiter im WDR 3 HörSpielStudio / Studio Akustische Kunst betreuten Werke von Künstlern aus den verschiedensten Bereichen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet: Prix RAI des Prix Italia, Karl Sczuka Preis (18x), Hörspielpreis der Kriegsblinden, Prix Ars Acustica des WDR, Hörspiel-Kritikerpreis des ORF, Premio Ondas, Prix Futura. Preisträger waren: John Cage, Mauricio Kagel, Gerhard Rühm, Franz Mon, Pierre Henry, Friederike Mayröcker, Ferdinand Kriwet, Wolf Wondratschek, Juan Allende-Blin, Barry Bermange, Alison Knowles, Alvin Curran, R. Murray Schafer, Malcolm Goldstein, Andreas Bick, Richard Ortmann, Stephan Wunderlich, Caroline Wilkens, Arsa Jovanovic, Pierre Mariétan.


Als Regisseur hat Klaus Schöning zahlreiche Hörspiele realisiert u.a. von Helmut Heißenbüttel, Gerhard Rühm, Konrad Bayer, Ludwig Harig, Max Bense, Jürgen Becker, Hans Magnus Enzensberger, John Cage, Glenn Gould, Klaus Hoffer, Gabriele Wohmann, Alison Knowles, George Brecht, Henri Chopin, Randy Thom, Peter Handke. Er führte Regie in seinen Bearbeitungen nach literarischen Texten u.a. von Albert Camus, Bertold Brecht, Joachim Gasquet, Miguel de Unamuno, Claude Simon. Er realisierte acht poetische Hörspiele von und zumeist mit Friederike Mayröcker als Sprecherin, darunter das 2001 mit dem Karl-Sczuka-Preis des SWR ausgezeichnete Das Couvert der Vögel und ihr mit dem Hörspiel-Kritikerpreis des ORF 2008 ausgezeichnete Werk Gärten, Schnäbel, ein Mirakel, ein Monolog, ein Hörspiel. In drei Versionen realisierte Klaus Schöning in deutsch und seinen von ihm bearbeiteten Transpositionen in englisch und spanisch das Hörspiel der konkreten Poesie von Gerhard Rühm Ophelia und die Wörter, Ophelia and the words und Ofelia y las palabras. Als Live Performance für eine Darstellerin und Tonband hat Klaus Schöning Ophelia bei Festivals in Köln, New York, Kopenhagen und Warschau aufgeführt. Unter dem Titel Der Krieg der Welten realisierte er 1977 eine von ihm bearbeitete, zweisprachige, medienkritische Version des Orson Welles Hörspiels Der Krieg der Welten / The War of the Worlds von 1938.


Einen besonderen Akzent setzte die intensive Zusammenarbeit mit John Cage, die zu elf lautpoetischen Kompositionen sowie mehreren Performances von und mit John Cage führten, u.a James Joyce, Marcel Duchamp, Erik Satie: Ein Alphabet, Muoyce, HMCIEX, Mushrooms et Variationes, Themes & Variations, Die erste Veranstaltung der Satie Society, h2 WDR, Mirage verbal. Seine 1979 als Auftragswerk für das Studio realisierte und bei den Donaueschinger Musiktagen mit dem Karl Sczuka Preis ausgezeichnete, vielschichtige Klangkomposition Roaratorio. Ein irischer Circus über Finnegans Wake, zählt heute zu den klassischen Werken der Ars Acustica als Ars Intermedia. Eine Koproduktion des WDR Köln mit SDR Stuttgart, KRO Hilversum und Ircam, Paris. Das Werk ist eine von Finnegans Wake von James Joyce inspirierte Komposition von und mit John Cage sowie mit irischen Musikern und über 2000 Klängen und Geräuschen, eine Art Weltmusik, die von zahlreichen Radio-Stationen gesendet und auf internationalen Festivals in Performances und Ausstellungen vorgestellt wurde. Merce Cunningham choreographierte für seine New Yorker Dance Company ein weltweit aufgeführtes Roaratorio-Ballett.


In der Redaktion von Klaus Schöning übertrug der WDR 1982 in einer parallel geschalteten 30-stündigen Marathon-Sendung in englischer Sprache die Produktion von RTE Dublin den gesamten Ulysses aus Anlaß des 100.Geburtsjahres von James Joyce. 1987 veranstaltete Klaus Schöning zusammen mit Wolfgang Becker-Carsten im WDR zum 75. Geburtstag von John Cage die 24-stündige Hommage NachtCageTag.


Als Organisator und Moderator leitete er mit dem technischen Team des WDR die ersten bimedialen, live realisierten, transkontinentalen Metropolis Satelliten-KlangSkulpturen der Radiogeschichte: 1987 die Ohrbrücke Köln – San Francisco von Bill Fontana, eine Produktion des WDR mit dem American Public Radio. Eine Komposition mit direkt übertragenen städtischen Klängen und Geräuschen aus San Francisco und Köln, die Bill Fontana im WDR Köln am Mischpult live zusammenführte, wurde von zahlreichen Stationen in Europa und Nordamerika gesendet. Sie konnte gleichzeitig als urbanes Ereignis vor dem Museum Ludwig und dem Kölner Dom sowie auf dem Platz des San Francisco Museums of Modern Art in Lautsprecher Installationen gehört werden. 1993 ebenfalls für das Studio von Bill Fontana die erste Satelliten-Klang-Brücke zwischen Europa und Asien die Soundbridge Köln – Kyoto, zwischen den beiden Partnerstädten in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kyoto und mehreren großen Museen Moderner Kunst u.a. dem Ludwig Museum in Köln. Beide Satelliten-Projekte waren spektakuläre Medienereignisse sowohl als Live-Sendungen im Radio als auch als städtische KlangRaum-Lautsprecher Installationen open air auf öffentlichen Plätzen in Köln, San Francisco und Kyoto. Der öffentliche Platz als Hörbühne. Die Hörbühne als öffentlicher Platz. In der Neujahrs-Nacht zum 1. Januar 2000 moderierte Klaus Schöning als Redakteur die von Douglas Quin als Auftragsarbeit für das Studio Akustische Kunst realisierte, erste live übertragene, antarktische Satelliten-Soundscape zwischen Europa und der Antarktis: Die Jahrtausendwende.


Mit über achtzig Soundscape und Metropolis Realisationen wurde das Studio Akustische Kunst zu einer der produktivsten, internationalen Produktionsstätten für Klanglandschaften oder Städteporträts und konkretisierte damit Luigi Russolos, Walter Ruttmanns, John Cages, Pierre Schaeffers und Pierre Henrys Öffnung zur Welt der Klänge und Geräusche.


Seit 1991 wurde das Studio Akustische Kunst unter der Leitung von Klaus Schöning eine eigenständige Programmeinheit im Dritten Programm des Programmbereichs Kultur im WDR. Seitdem Erscheinen eines regelmäßigen Programmheftes Studio Akustische Kunst (bis 2001), Redaktion und Texte Klaus Schöning.


Klaus Schöning ist Autor mehrerer Buch-Anthologien, sowie zahlreicher medienanalytischer Schriften, Essays, Radio-Features und Dokumentationen zur Ästhetik und Archäologie des Neuen Hörspiels und der Akustischen Kunst, der Ars Acustica. Außerdem Autor und Realisator seiner kompositorischen Klangreisen u.a.: riverrun – Vom Reichtum der Akustischen Kunst: Voicings / Soundscapes, der Tetralogie Die Vier Elemente in der Akustischen Kunst – Alles verwandelt sich, nichts geht unter und Auf den Spuren der Ars Acustica. Das Studio Akustische Kunst des WDR. Seine Stimmenkomposition: just to rolywholyover, in memoriam John Cage realisierte er für das Museum of Contemporary Art in Los Angeles. Autor von Portraits u.a. von Pierre Henry, John Cage, Franz Mon, Ernst Jandl, Henri Chopin, Ferdinand Kriwet, Friederike Mayröcker und Mauricio Kagel, einem der produktionsintensivsten Komponisten des Studios, mit dem zusammen Klaus Schöning ihr fünfteiliges, mediendidaktisches Dialog-Projekt Das Handwerkszeug. Kleines Ohrganon des Hörspielmachens realisierte.


Herausgeber der Bücher u.a. Neues Hörspiel. Texte Partituren / Mauricio Kagel. Das Buch der Hörspiele / Spuren des Neuen Hörspiels / Hörspielmacher. Autorenporträts und Essays, sowie John Cage – Roaratorio. Ein Irischer Circus über Finnegans Wake. Bei Wergo erschien von Klaus Schöning seine CD-Edition Ars Acustica. Vom Reichtum der Akustischen Kunst. Außerdem leitete er 1991 die achtteilige CD-Aufnahme von Wergo des von John Cage gesprochenen Tagebuchs Diary. How to improve the world. (You will only make matters worse).


Künstlerischer Leiter/Kurator zahlreicher internationaler öffentlicher Veranstaltungen, intermedialer Performances, Klanginstallationen und Konzerte, darunter die sieben publikumsreichen WDR Soundart-Festivals Acustica International und ihren Symposien (1985-2000) in Köln, New York, Montreal, Kulturhauptstadt Kopenhagen, San Francisco. Außerdem Vorführungen und Performances u.a. beim Ars Electronica Festival in Camerino, den Audio Box-Festivals der RAI/Rom, dem Festival et Forum International des Nouvelles Images Locarno, dem Mills College, Oakland/USA, dem Sound Culture-Festival Pacific Rim in Sydney.


Kuratorische Tätigkeiten zahlreicher Klangkunst-Ausstellungen, urbaner Topophonien und Installationen u.a.:

1985: Erste Ausstellung von Partituren und Notationen der Ars Acustica im Kölnischen Kunstverein, anlässlich des 1.Acustica International Festivals.

1986: Audiothek Komponisten als Hörspielmacher. Erstsendungen im WDR3-HörSpielStudio 1969-1985, Hörspiele, Essays, Gespräche, anlässlich des Festivals Inventionen'86 - Sprache und Musik, Akademie der Künste, TU, Berlin, Vortrag und Essay Anmerkungen zur 1. Acustica International. Komponisten als Hörspielmacher - WDR Köln 1985 im Programmkatalog.

1987: Erste umfassende Audiothek Akustische Kunst im Radio mit 150 Werken auf der documenta 8 in Kassel.

1990: Klanginstallation American Audio Artists on WDR im Whitney Museum of American Art in New York.

1993: Klanginstallation mit Roaratorio von John Cage auf der Biennale di Venecia.

1993: Metropolis, zehn Städte-Klangkompositionen als Lautsprecher Installation im Funkhaus WDR Köln.

1994: Phonurgia Nova Festival, Arles: Metropolis-Installation open air.

1996: Kulturhauptstadt Kopenhagen: Metropolis open air 16 City Klanginstallationen, sowie parallel dazu im Museum für Intermediale Kunst, Roskilde/Dänemark: Hörkabinett in eigens entworfenen HörSesseln: Ars Acustica International Lydreise - Klangreise - Soundjourney, 100 Werke des Studio Akustische Kunst WDR (1969-1996), Foto-Dokumentation und Katalog.

1997: Cryptoportique, Arles, Installation une archéologie sonore imaginaire.

1997: MusikTriennale Köln Klangreise in das Studio Akustische Kunst: Klanginstallation, Videothek im WDR, Foto/Partituren-Ausstellung und Symposium.

2000: Performance riverrun. Festival Synthèse. Bourges.

2000: Hörkabinett in HörSesseln: Stimmen / Voices - Werke des Studio Akustische Kunst 1969-1999, Museum für Angewandte Kunst, Köln.

2000: Hörkabinett im Kunstmuseum Bochum, anlässlich der Ausstellung ZEN und die westliche Kunst, Vortrag und Performance des Roaratorio. Ein irischer Circus über Finnegans Wake von John Cage, sowie Essay Ryoan-ji oder die Gärten der Leere im Buchkatalog.

2006: Einrichtung einer Sammlung Ars Acustica in der Kunsthochschule für Medien, Köln.

2006: HörKabinett Ars Acustica: Silent Music, Aus dem Geist des Zen. George Brecht 80, Hörstücke des Fluxuskünstlers u.a. im ZKM/Medienmuseum, Karlsruhe.

2007: Syntaxes sonores. Rencontre avec Klaus Schöning, Musée Réattu, Arles.

2007: Raumklang-Installation Une maison des sons / Ein Haus der Klänge, Pierre Henry zum 80., neun poetisch-musikalische Werke der musique concrète für das WDR3 HörSpielStudio / Studio Akustische Kunst (1982 bis 2001), sowie Hörspielfilm Pierre Henry / Walter Ruttmann La ville. Die Stadt. Metropolis Paris – Berlin im ZKM, Karlsruhe.

Das bimediale Werk, eine Symbiose des Hörspiels La Ville. Die Stadt Metropolis Paris von Pierre Henry und des Stummfilms Berlin. Die Sinfonie der Großstadt von Walter Ruttmann wurde von Pierre Henry in Köln 1985 anlässlich des 1. Acustica International Festivals im Grossen Sendesaal des WDR uraufgeführt, sowie 1994 auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom vorgestellt.


Als langjähriger, erster Chairman der EBU Working Group Ars Acustica förderte Klaus Schöning die Entwicklung eines Networks der Akustischen Kunst im Bereich der European Broadcasting Union (EBU). Er war langjähriges Mitglied des Beirats Medien des Goethe-Instituts, sowie Initiator und Mitglied der Jury des WDR-Produktions-Wettbewerbs und des Prix Ars Acustica des WDR (1988-2001).


Im Kontext seiner Tätigkeiten als künstlerischer Radio-Producer und seiner medienwissenschaftlichen Forschungen im Bereich der Ars Acustica als Ars Intermedia leitete er Workshops, war Writer in Residence, hielt Vorlesungen, Seminare, Lectures und Vorträge in Universitäten, Kunst- und Medien-Hochschulen, Akademien, Museen und Goethe-Instituten in Europa, Nord- und Südamerika, Japan, Australien, Neuseeland. Seit 2004 Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien, Köln.


Schriften und Artikel beschäftigten sich mit seinen intermedialen Aktivitäten und theoretischen Positionen. Filme über das Studio Akustische Kunst und ihn, sowie Sendungen dokumentieren die Vielfältigkeit seiner Arbeit.


Klaus Schöning ist verheiratet mit der bildenden Künstlerin Fanny Schoening. Seine Tochter ist die Medienkünstlerin, Regisseurin und Komponistin Nadja Schöning.



Auszeichnungen:

* 1983: Kunstpreis Berlin, Akademie der Künste, Berlin, (Förderpreis Film - Hörfunk - TV).


* 1993: Medienkunstpreis 1993, Zentrum für Kunst und Medientechnologie/ZKM, Karlsruhe, (Preis für die Vermittlung der Medienkunst). „Klaus Schöning erhält für seine langjährigen Leistungen zur Etablierung und Vermittlung der Ars Acustica und für seine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet den Medienkunstpreis 1993.“


* 2004: Ehrenpreis Deutscher Klangkunst-Preis 2004, Marl, (Ehrenpreis für sein Lebenswerk als Wegbereiter für die Akustische Kunst im Medium des Rundfunks). „Klaus Schöning wird mit diesem Preis für sein langjähriges Engagement als Forscher und Vermittler auf dem Gebiet der Akustischen Kunst und der Ars Acustica geehrt.“



Externe Weblinks zu Klaus Schöning als Autor / als Regisseur:

* ARD Hörspieldatenbank

* HörDat



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Leben und Wirken